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Visumfrei nach China: was ab dem 1. Januar 2027 gilt

Kurzantwort

Die einseitige Visumfreiheit für deutsche Reisepässe läuft am 31. Dezember 2026 um 24 Uhr Pekinger Zeit aus. Wer bis dahin einreist, bekommt noch die vollen 30 Tage — das Datum begrenzt die Einreise, nicht die Ausreise. Ob verlängert wird, entscheidet sich erfahrungsgemäß erst im Dezember.

Wer für 2027 eine Reise nach China plant, stößt auf ein Datum, das in den meisten Reiseführern noch nicht steht: 31. Dezember 2026. An diesem Tag endet die einseitige Visumfreiheit, die deutsche Reisepässe seit 2024 ohne Gegenleistung von einem Visum befreit. Bis dahin sind es gut zehn Wochen.

Was genau ausläuft

Die Regelung erlaubt Aufenthalte von höchstens 30 Tagen pro Einreise, ohne Visum, für Tourismus, Geschäftsreisen, Verwandtenbesuche, Austausch und Transit. Sie gilt für 48 Staaten mit demselben Enddatum; Russland hat eine eigene Frist bis Ende 2027, Brunei gar keine. Deutschland gehört zur Gruppe mit dem 31. Dezember 2026.

Wichtig ist, was die Frist nicht bedeutet: Sie begrenzt nicht den Aufenthalt, sondern den Zeitpunkt der Einreise.

Einreise und Ausreise sind zwei verschiedene Fristen

Das ist der Punkt, an dem die meisten Planungen schiefgehen. Wer am 30. Dezember einreist, erhält die vollen 30 Tage und kann Ende Januar ausreisen. Die 30 Tage werden ab null Uhr des Folgetags gerechnet, nicht ab dem Zeitpunkt der Landung.

Umgekehrt gilt: Wer am 2. Januar 2027 landet und die Verlängerung ist bis dahin nicht verkündet, reist ohne Visum ein — und das ist dann kein Formfehler, sondern eine fehlende Einreiseerlaubnis. Die Fluggesellschaft prüft das bereits beim Boarding.

Falls nicht verlängert wird

Dann greift das normale Verfahren: Touristenvisum über eines der Visa Application Service Center in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München oder Düsseldorf. Bearbeitungszeit in der Regel vier bis fünf Werktage, in der Hochsaison länger. Verlangt werden Reisepass, biometrisches Foto, Hin- und Rückflugbuchung, Hotelbuchungen — bei Geschäftsreisen zusätzlich eine Einladung des chinesischen Partners.

Für Technologiereisen kommt ein zweiter Punkt hinzu, der oft übersehen wird: Viele Werk- und Firmenbesuche werden erst nach Vorlage eines gültigen Visums oder einer Einladung bestätigt. Wer im Frühjahr 2027 einen Termin bei einem Hersteller will, muss den Visumantrag entsprechend früher stellen, sonst verschiebt sich die Zusage.

Die stille Alternative: 240 Stunden ohne Visum

Weniger bekannt ist die Visumfreiheit für Transitreisende. Sie gilt für 57 Staaten — Deutschland eingeschlossen — und erlaubt bis zu 240 Stunden, also zehn Tage, wenn die Reise in ein Drittland weiterführt und ein entsprechendes Ticket vorliegt.

Zwei Einschränkungen machen sie für die meisten Reisen unbrauchbar: Der Aufenthalt ist auf bestimmte Regionen und Ausreisewege begrenzt, und die Weiterreise muss in ein anderes Land als das der Herkunft führen. Für einen Zwischenstopp in Shanghai mit Ausflug nach Hangzhou funktioniert das gut. Für eine Rundreise Shenzhen–Hangzhou–Peking nicht.

Was das für Reisende bedeutet: Wer 2026 reist, braucht nichts zu tun. Wer 2027 reist, sollte zwei Dinge trennen: die Buchung und die Einreiseerlaubnis. Flüge lassen sich umbuchen, ein fehlendes Visum nicht. Der praktische Rat lautet, die Reise für das erste Quartal 2027 erst zu buchen, wenn die Lage Ende Dezember geklärt ist — und bei Terminen in Werken den Visumantrag als Puffer einzuplanen, nicht als Nachgedanken.

Wie man es im Dezember prüft

Zuständig sind zwei Stellen, und beide veröffentlichen dieselbe Information unterschiedlich früh: die Nationale Einwanderungsbehörde (NIA) und die chinesischen Auslandsvertretungen, in Deutschland das Generalkonsulat in München und die Botschaft in Berlin. Verlängerungen der vergangenen Jahre wurden über diese Kanäle bekanntgegeben, jeweils wenige Wochen vor Ablauf.

Diese Seite wird zum Jahresende aktualisiert. Das Datum der letzten Prüfung steht am Ende des Artikels.

Häufige Fragen

Brauche ich 2027 ein Visum für China?

Das ist derzeit offen. Die Regelung gilt bis zum 31. Dezember 2026, 24 Uhr Pekinger Zeit. Eine Verlängerung ist in den vergangenen Jahren jeweils kurz vor Ablauf verkündet worden, nicht Monate im Voraus. Wer im Frühjahr 2027 reisen will, sollte die Lage Ende Dezember prüfen — nicht jetzt buchen und später hoffen.

Gilt die Visumfreiheit auch für Geschäftsreisen?

Ja. Die Regelung nennt ausdrücklich Geschäfte, Tourismus, Verwandtenbesuche, Austausch und Transit. Entscheidend ist die Dauer von höchstens 30 Tagen pro Einreise, nicht der Zweck. Erwerbstätigkeit vor Ort oder ein Aufenthalt über 30 Tage fallen nicht darunter.

Was passiert, wenn ich am 30. Dezember einreise und am 20. Januar ausreise?

Das ist zulässig. Die Frist betrifft den Tag der Einreise. Wer vor dem 31. Dezember 2026 einreist, erhält die vollen 30 Tage, auch wenn diese erst im Januar enden. Die 30 Tage werden ab null Uhr des Folgetags gerechnet.

Gibt es eine Alternative, falls die Visumfreiheit ausläuft?

Für Transitreisende ja. Die 240-Stunden-Visumfreiheit gilt für 57 Staaten, wenn die Weiterreise in ein Drittland führt und ein entsprechendes Ticket vorliegt. Sie ist an bestimmte Flughäfen und Regionen gebunden und ersetzt keinen normalen Touristenaufenthalt — für eine Rundreise durch mehrere Provinzen reicht sie nicht.

Wie lange dauert ein normales Visum aus Deutschland?

Das Touristenvisum wird über die Visa Application Service Center in Berlin, Hamburg, Frankfurt, München und Düsseldorf beantragt. Die Bearbeitung dauert in der Regel vier bis fünf Werktage, in der Hochsaison länger. Reisepass, Foto, Hin- und Rückflugbuchung sowie Hotelbuchungen werden verlangt; die Gebühr richtet sich nach der Zahl der Einreisen.

Quellen

  • Generalkonsulat der VR China in München, Bekanntmachung zur Verlängerung der einseitigen Visumfreiheit, 19. August 2026
  • Nationale Einwanderungsbehörde der VR China (NIA), Liste der visumfreien Länder, Stand Oktober 2026
  • China Visa Application Service Center, Verfahren und Bearbeitungszeiten, Stand Oktober 2026
  • Nationale Einwanderungsbehörde, Regelung zur 240-Stunden-Visumfreiheit für Transitreisende

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