Shenzhen · Mobilgeräte · KI-Endgeräte
Honor
荣耀
Kurzantwort
Honor wurde 2020 aus Huawei herausgelöst und wird von einem Konsortium unter Führung der Stadt Shenzhen kontrolliert. Der Hauptsitz liegt in Futian, das Empfangs- und Ausstellungszentrum zeigt die gesamte Produktlinie — und mit dem Robot Phone ein Gerät, das es in dieser Form bei keinem Wettbewerber gibt.
Das Ausstellungszentrum am Hauptsitz empfängt Delegationen und Besuchergruppen, nach Beobachtung internationaler Besuchergruppen auch mit fremdsprachiger Führung. Ein offenes Programm für Einzelreisende ist nicht bekannt; der Zugang entsteht über eine Anmeldung im Voraus. Die Flagship-Stores in Shenzhen sind dagegen ohne Termin zugänglich. Für diese Seite liegt keine Zusage vor.
Was man vor Ort sieht
Das Ausstellungszentrum am Hauptsitz
In Futian, im Norden der Stadt. Gezeigt wird, was ein Telefonhersteller heute unter einem Endgerät versteht: KI-gestützte Betrugserkennung bei Videoanrufen, Sprachsteuerung für WLAN-Zugänge, eine sehr dünne Silizium-Kohlenstoff-Batterie, die der Hersteller nach einem See benannt hat, und Kamerasysteme, deren Werbung sich um Nachtaufnahmen dreht. Dazwischen Geräte, die nicht nach Plattformlogik, sondern nach Anlass sortiert sind.
Das Robot Phone
Honor nennt es das erste „verkörperte" Endgerät: ein Telefon mit bewegtem Kameramodul, das der Hersteller im Juli 2026 zur Vorbestellung freigab, im August folgte der Verkauf. Auf der WMIC 2026 in Shanghai wurde es öffentlich gezeigt. Ob daraus eine Produktkategorie wird oder eine Demonstration, ist offen — genau deshalb lohnt der Blick.
Die Flagship-Stores
In Shenzhen und anderen Großstädten, ohne Anmeldung zugänglich. Der Unterschied zum Ausstellungszentrum ist der Ton: Hier geht es um Verkauf, dort um Positionierung. Wer nur eine Stunde hat, sieht in einem Store mehr Geräte in kürzerer Zeit.
Was nicht zugänglich ist
Fertigung und Testlabore sind nicht Teil eines Besuchs. Wer die Linie sehen will, muss das früh und ausdrücklich verlangen — und sollte wissen, dass Shenzhen für dieses Thema der falsche Ort ist: Die Endmontage der meisten Marken liegt in anderen Provinzen.
Warum sich der Besuch lohnt
Shenzhen fertigt nicht mehr nur, sondern entwickelt: Nach Angaben der Stadt lassen sich über 90 Prozent der Bauteile eines Telefons innerhalb von zwei Stunden beschaffen. Honor ist der Fall, an dem sich zeigt, was nach der Trennung von Huawei 2020 aus einem Zulieferer- und Vertriebsnetz geworden ist — und wie schnell daraus wieder eine eigenständige Marke wurde.
Honor ist 2020 aus Huawei herausgelöst worden, nachdem US-Sanktionen die Lieferkette des Mutterkonzerns abgeschnitten hatten. Eigentümer ist ein Konsortium, in dem die Stadt Shenzhen über Beteiligungsgesellschaften die Führung hält; das Unternehmen ist bis heute nicht börsennotiert.
Für Reisende ist das vor allem eine Frage der Einordnung. Wer in Shenzhen Huawei sieht, sieht ein Unternehmen, das seit Jahren mit Zugangsbeschränkungen lebt. Honor ist der Gegenentwurf: gleiche Stadt, gleiche Zulieferer, gleiche Ingenieure — aber ein Unternehmen, das neu aufgebaut werden musste und dabei offener auftritt. Der Vergleich beider Standorte an einem Tag ist der eigentliche Grund, Honor in die Route aufzunehmen.
Praktisch gilt: Ein Besuch im Ausstellungszentrum braucht Vorlauf und eine Anmeldung. Wer ohne Termin in der Stadt ist, kommt in einem der Stores weiter — dort lässt sich das Sortiment in einer halben Stunde durchgehen, ohne dass jemand eine Gruppe anmelden muss.
Lässt sich kombinieren mit
- Huawei (Shenzhen)
- DJI (Shenzhen)
- Transsion (Shenzhen)
Quellen
- Honor, Angaben zu Unternehmensstruktur und Produktlinien, Stand Oktober 2026
- Berichte zum Besuch internationaler Gruppen im Honor-Hauptsitz Futian, 2026
- Angaben zur Fertigungstiefe der Elektronikindustrie in Shenzhen, 2026
Angaben zu Standort und Leistungsumfang ändern sich. Der Vermerk „Zugang nicht bestätigt" bedeutet, dass keine Zusage des Unternehmens vorliegt — nicht, dass ein Besuch ausgeschlossen ist.