Shenzhen · Drohnen · Bildverarbeitung

DJI

大疆创新

Kurzantwort

DJI hält bei Verbraucherdrohnen einen Weltmarktanteil von über 70 Prozent. Der Hauptsitz „Sky City" in Nanshan ist eines der ungewöhnlichsten Firmengebäude des Landes — und das Einzige in diesem Verzeichnis, dessen Besucherzentrum im Erdgeschoss ohne Anmeldung und ohne Termin betreten werden kann.

Dieser Eintrag ist die Ausnahme im Verzeichnis: Das Besucherzentrum in T1 sowie der angeschlossene Merchandise-Bereich sind öffentlich zugänglich, ohne Voranmeldung und ohne Begleitung. Wer mehr will — Laborbereiche, Dachgarten, eine Vorführung — braucht dagegen eine Gruppe und eine Genehmigung; dafür liegt keine Zusage vor.

Was man vor Ort sieht

Das Besucherzentrum in T1

Erdgeschoss, offen, ohne Anmeldung. Ausgestellt sind Produkte im Querschnitt: auseinandergenommene Drohnen, bei denen Motor, Platinen und Rahmen einzeln sichtbar sind. Das klingt nach wenig und ist tatsächlich der beste Teil — man sieht, wie viel Mechanik in einem Gerät steckt, das im Laden wie ein Werkzeug aussieht.

Das Gebäude selbst

Zwei Türme, 195 und 213 Meter, verbunden durch eine Brücke auf Höhe des 24. Stocks, rund 105 Meter über dem Boden. Die Konstruktion lässt die Türme von unten schwebend wirken. Es ist kein Marketingtrick: Die Ingenieure des Unternehmens haben am Entwurf mitgearbeitet, und das Gebäude wird intern als Produkt behandelt.

Der Flagship-Store am OCT Harbour

Vier Etagen, deutlich über 4.000 Quadratmeter, im Freizeitareal an der Bucht. Hier lässt sich das gesamte Sortiment anfassen, von der kleinen Reisedrohne bis zum Filmkamerasystem. In der dritten Etage sitzt ein Bereich der 2017 übernommenen Traditionsmarke Hasselblad — analoge Kamerageschichte neben aktueller Stabilisierungstechnik.

Was nicht zugänglich ist

Labore, Prüfräume und Fertigung sind nicht Teil eines offenen Besuchs. Der Dachgarten und die oberen Etagen sind Gruppen mit Genehmigung vorbehalten. Fotografieren ist in den öffentlichen Bereichen erlaubt, in den internen Zonen nicht — wer für eine Reportage plant, sollte das vorher klären.

Warum sich der Besuch lohnt

DJI ist der Fall, in dem eine Technologie aus einer Nische in den Alltag gewandert ist: Drohnen sind heute Werkzeuge in Landwirtschaft, Rettung und Film. Wer sehen will, wie ein Unternehmen diese Grenze verschoben hat, kommt hier ohne Termin weiter als bei fast jedem anderen Hersteller des Landes.

Shenzhen ist die einzige Stadt in diesem Verzeichnis, in der sich zwei große Termine ohne Fahrzeug an einem Tag verbinden lassen: Sky City im Westen (Nanshan, Xili) und der Flagship-Store am OCT Harbour im Süden, dazwischen rund zwanzig Minuten mit der U-Bahn. Wer beides mitnimmt, hat einen halben Tag gefüllt und dabei nur einen Termin gebraucht, für den man sich anmelden muss.

Die praktische Besonderheit ist der Zugang. Bei allen anderen Unternehmen dieser Liste ist der erste Schritt eine Anfrage und die zweite ein Warten. Hier ist der erste Schritt die U-Bahn. Das macht DJI zum geeigneten Einstieg für Reisende, die ohnehin in Shenzhen sind und nicht die ganze Reise um einen Termin herum planen wollen.

Eine Beobachtung, die den Unterschied erklärt: Das Besucherzentrum ist kein Konzernmuseum, sondern eher ein Laden mit Erklärungen. Das ist Absicht — DJI verkauft an Endkunden, nicht an Einkaufsabteilungen, und die Art des Empfangs folgt daraus. Wer verstehen will, warum chinesische Hardwarefirmen schnell sind, findet hier einen besseren Hinweis als in jeder Präsentation: Die Distanz zwischen Produkt und Besucher ist kurz.

Lässt sich kombinieren mit

  • BYD (Shenzhen)
  • Robotaxi-Fahrt in Nanshan (Shenzhen)

Quellen

  • Besucherinformationen DJI Sky City und Flagship-Store OCT Harbour, Stand Oktober 2026
  • Öffentliche Berichte zu Gebäudedaten und Marktanteilen, Stand Oktober 2026

Angaben zu Standort und Leistungsumfang ändern sich. Der Vermerk „Zugang nicht bestätigt" bedeutet, dass keine Zusage des Unternehmens vorliegt — nicht, dass ein Besuch ausgeschlossen ist.